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OML Bookclub: Discussing Music history and Club Culture

Taking a closer look at the Open Music Lab's Book Club!

Die Berliner Clubkultur zieht seit Jahren Menschen aus aller Welt an und ist zu einem prägenden Teil der kulturellen Identität der Stadt geworden. 2024 wurde sie in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen - eine Anerkennung, die nicht nur ihre globale Ausstrahlung widerspiegelt, sondern auch die Gemeinschaften, Geschichten und Bewegungen, die sie über die Zeit geprägt haben.

Im Open Music Lab war das für uns ein Anlass, genauer hinzuschauen.

Seit März 2025 treffen wir uns alle zwei Monate in kleinen Gruppen von etwa zehn Personen, um gemeinsam Bücher zu lesen und zu diskutieren, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Clubkultur beschäftigen - von ihren historischen Ursprüngen bis hin zu den sozialen und politischen Dimensionen von Tanz, Musik und Klang.

In diesen Gesprächen entsteht nach und nach ein größerer Zusammenhang. Was heute oft als „Berliner Clubkultur“ beschrieben wird, ist eng mit Entwicklungen verbunden, die anderswo entstanden sind: Techno im Detroit der späten 1980er Jahre, geprägt von Schwarzen Künstler*innen und Arbeiter*innenmilieus; elektronische und Dance-Szenen in New York, eng verknüpft mit queeren Räumen und Ballroom-Kultur, in denen Tanz zu einer Form von Ausdruck, Widerstand und Zugehörigkeit wurde.

Berlins Rolle entwickelte sich später, insbesondere nach dem Fall der Mauer, als leerstehende Räume und eine Stadt im Umbruch die Bedingungen dafür schufen, dass sich diese Einflüsse weiter entfalten konnten. Künstler*innen, Musiker*innen und Communities aus unterschiedlichen Kontexten kamen hier zusammen und trugen zu dem bei, was heute eine der sichtbarsten kulturellen Landschaften der Stadt ist.

Gleichzeitig werfen diese Geschichten auch Fragen nach Sichtbarkeit und Kontinuität auf. Viele der Szenen, die elektronische Musik und Clubkultur geprägt haben, haben ihre Wurzeln in Communities, die heute nicht immer gleichermaßen repräsentiert sind. Dieses Bewusstsein mitzudenken und Verbindungen zwischen dem, was wir heute tun, und seinen Ursprüngen herzustellen, ist ein wichtiger Teil unseres Bookclubs.

Eines der Bücher, das uns besonders begleitet hat, ist Dance Your Way Home: A Journey Through the Dancefloor von Emma Warren. Darin wird die Tanzfläche als Ort der Kommunikation beschrieben - als Raum, in dem Bewegung zu einer gemeinsamen Sprache wird und kollektive Erfahrungen entstehen, die Generationen und kulturelle Hintergründe verbinden.

Unsere Leseliste umfasst unterschiedliche Perspektiven auf Hören, Klang, die Geschichte zentraler Musikgenres und -praktiken sowie Musikkulturen insgesamt. Dazu gehören unter anderem Quantum Listening von Pauline Oliveros, Teklife, Ghettoville, Eski: The Sonic Ecologies of Black Music in the Early 21st Century von Dhanveer Singh Brar, Ocean of Sound von David Toop und Mood Machine von Liz Pelly.

Die Treffen selbst sind bewusst einfach gehalten: kleine Gruppen, bekannte und neue Gesichter und Raum für offene Gespräche. Teilnehmende können auch eigene Buchvorschläge einbringen, die wir gemeinsam über unsere Telegram-Gruppe auswählen. In unserem Büro haben wir in der Regel ein oder zwei Exemplare zur Ausleihe.

Beim nächsten Treffen sprechen wir über 12 Notes: On Life and Creativity von Quincy Jones. Dieses Mal geht es um Themen wie Kreativität, Leben und das Streben nach Exzellenz – mit praktischen Impulsen und persönlichen Einblicken, etwa dazu, wie sich Trauer in Stärke verwandeln lässt, wie man sich sinnvolle Ziele setzt und welche Rolle tägliche Affirmationen spielen können.

Das Treffen findet am 27. Mai in unserem Project Space statt, neue Teilnehmende sind jederzeit willkommen. Wenn du auf dem Laufenden bleiben und bei der Auswahl der nächsten Bücher mitmachen möchtest, kannst du hier unserer Telegram-Gruppe beitreten!