Magazin

Geteilte Snacks, geteilte Geschichten

Ein Praktikum bei ist so chaotisch wie menschliche Begegnungen selbst – im besten Sinne. Je mehr Authentizität man mitbringt, desto mehr bekommt man zurück. Louise Cacho, Psychologiestudentin an der University of Europe for Applied Sciences, bringt Humor und Ehrlichkeit in alles ein, was sie tut. Hier erzählt sie in ihren eigenen Worten, wie sich ihr Praktikum bei angefühlt hat.

Das Praktikumssemester kann aus vielen Gründen sehr stressig oder sogar unerquicklich sein – von langen Arbeitstagen bis hin zu monotonen Büroaufgaben. Für mich war mein Praktikum bei keines von beidem. Mit einer anderen Aktivität an jedem Tag kam nie Langeweile auf, und auch das Gefühl eines ermüdenden Arbeitstags blieb aus.

Eine typische Woche bestand für mich aus einer Mischung aus ganz unterschiedlichen Momenten: DJs beim Mixen während der Open-DJ-Sessions zuhören, Bass spielen im Rahmen der Basskurse der Open Music School, mit Freiwilligen in der Küche des Open Art Space Zeit verbringen, neue Rezepte bei Open Kitchen lernen, Papierflieger mit Kindern im Müttersprachcafé falten – und natürlich jede Menge Snacks essen.

Jede dieser Aktivitäten hat mir ermöglicht, neue Menschen kennenzulernen, neue Fähigkeiten zu erwerben und das Praktikum als etwas viel Größeres wahrzunehmen als nur ein Pflichtsemester. Die vergangenen Monate bei waren geprägt von Lachen, Begegnungen, Gemeinschaft und Zusammenhalt – etwas, das ich in Berlin zuvor nicht in dieser Form erlebt hatte.

In ruhigeren Momenten bekamen wir Praktikant*innen auch immer wieder kleinere Nebenaufgaben: Ein Regal im Projektraum bauen? Wir sind keine Profis, aber wir probieren es! Eine kaputte Glühbirne austauschen? Ein bisschen verwirrend, aber machbar! Wände fürs neue Jahr streichen? Ich würde sagen, wir sind ganz gute Maler*innen! Bestellungen verschicken? Noch nie gemacht, aber es klang überraschend spaßig!

Die Fähigkeiten und Erfahrungen, die ich während meiner Zeit bei sammeln durfte, sind kaum mit anderen Arbeitsstellen vergleichbar. Denn meine Aufgabe bestand nicht darin, Papierkram zu erledigen oder stundenlang im Büro Artikel zu lesen – sondern darin, Räume zu schaffen, in denen wirklich alle willkommen sind.

Besonders wertvoll waren für mich die Geschichten der Menschen: neue Personen kennenzulernen, von ihren Hintergründen zu erfahren, davon, was sie zu geführt hat, und zu sehen, wie individuelle Unterschiede in dem Moment in den Hintergrund treten, in dem man zusammenkommt. Ich habe Menschen aus der ganzen Welt getroffen und aus ihren persönlichen Erfahrungen mehr gelernt als in manchem Seminar. Ich habe unterschiedliche Traditionen kennengelernt, über generationenübergreifende Hausmittel gehört, viele verschiedene Arten, „Danke“ zu sagen, und vieles mehr in diesem Sinne.

Früher bekannt als Give Something Back to Berlin, wird diesem Namen meiner Meinung nach nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute noch vollkommen gerecht. Ich habe durch dieses Praktikum unglaublich viel bekommen und kann mir kaum vorstellen, mein Semester sinnvoller verbracht zu haben. Obwohl ich mich selbst als introvertiert bezeichnen würde, hat mich der soziale Aspekt der Arbeit bei nie überfordert – im Gegenteil: Alle Menschen hier waren offen und entspannt, und ich habe mich jederzeit unterstützt gefühlt.

Ich kann jedem nur empfehlen, ein Praktikum bei zu machen: Es gibt immer etwas Neues zu lernen, etwas Schönes zu erleben und eine weitere Fähigkeit mitzunehmen.