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Geometrie der Verbindung: Liebe und Freundschaft in der Square-Kufi-Kalligrafie 

Von Homs nach Berlin
Ich bin in Homs, Syrien, geboren und habe Maschinenbau studiert, bevor ich 2012 mein Land verließ – eine schwierige Entscheidung, die durch Sicherheitsbedenken bedingt war. Seitdem bin ich nicht mehr zurückgekehrt. Meine Reise führte mich nach Jordanien, wo ich fünf Jahre lang lebte und den Wunsch in mir entdeckte, eine Verbindung herzustellen und auszudrücken, was Worte manchmal nicht können. In Jordanien entdeckte ich einen kreativen Funken, der mich seither nicht mehr losgelassen hat.

2019 zog ich nach Berlin, eine Stadt mit einer reichen, multikulturellen Kunstszene, die der perfekte Ort ist, um meine Arbeit weiter zu erforschen und zu teilen. Hier konnte ich meine kreativen Grenzen erweitern und tiefer in die Square-Kufi-Kalligrafie eintauchen, um Themen wie Verbindung, Liebe und Freundschaft auf eine Art und Weise zu vermitteln, die ich mir vorher nicht vorstellen konnte.


Neue Dimensionen in der Square-Kufi-Kalligrafie erforschen

Meine Reise als Künstler begann in Jordanien, wo ich zum ersten Mal erlebte, wie kraftvoll Kunst sein kann, um Ideen auszudrücken und Verbindungen herzustellen. Schon früh arbeitete ich mit einem Freund zusammen, um ein großes Wandbild für ein Community-Projekt in Amman namens Tarabot („Zusammenhalt“) zu gestalten. Dieses Wandbild war ein Wendepunkt für mich. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass Kunst eine visuelle Sprache ist, mit der jeder etwas anfangen kann – vor allem im öffentlichen Raum, wo Menschen aus allen Schichten mit ihr interagieren können. Ich fühlte mich von der Freiheit, der Wiederholung und der komplizierten Schönheit der Mandala- und Zentangle-Muster angezogen. Sie inspirierten mich dazu, neue Wege zu finden, um diese Qualitäten in meine eigene zukünftige Arbeit einzubringen.

Ein neues Kapitel in Deutschland: Die Kunst des Square Kufi
Als ich nach Deutschland zog, fühlte ich den Drang, die Square Kufi Kalligraphie zu erforschen, eine besondere Form der arabischen Kalligraphie mit ihrer geometrischen Präzision und ihren einzigartigen quadratischen Formen. Die quadratische Kufi ist traditionell mit der islamischen Kunst verbunden und wird häufig zur Darstellung von Koranversen und anderen religiösen Motiven verwendet. Doch als ich mich näher damit befasste, verspürte ich den starken Drang, seine Rolle zu erweitern und zu erkunden, wie er auch Themen wie Liebe, Freundschaft und universelle Verbundenheit vermitteln könnte.

In meinen ersten Entwürfen wollte ich persönliche und zeitgenössische Ideen in den strukturierten Formen des quadratischen Kufi einfangen und die Tradition mit etwas verbinden, das für mich von Bedeutung war. Anstatt mich auf religiöse oder kulturelle Symbole zu beschränken, begann ich, Ausdrücke zu verwenden, die Emotionen und menschliche Verbindungen widerspiegeln, mit denen jeder etwas anfangen kann.

Von den Zweifeln zur Anerkennung meines Publikums



Zu Beginn war ich skeptisch, ob sich jemand für meine Arbeit interessieren würde. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass meine Entwürfe ein größeres Publikum ansprechen würden. Doch dann ermutigte mich ein Freund, meine Arbeiten zu verkaufen – eine Idee, die mich ehrlich gesagt eingeschüchtert hat. Ich beschloss, es zu versuchen, und begann, meine Entwürfe zu verkaufen, indem ich sie auf Leinwände, Papier und sogar Sweatshirts druckte. Zu meiner Überraschung war die Resonanz erstaunlich, besonders in Berlin! Die Menschen fühlten sich nicht nur vom Aussehen der Square Kufi Kalligraphie angezogen, sondern auch von den Botschaften, die sie vermittelten, und ich fand es toll zu sehen, wie Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund etwas darin fanden, das sie mit mir verband.

Der Verkauf meiner Arbeit hat mir gezeigt, dass es einen Raum für Kunst gibt, die die Kluft zwischen traditionellen und modernen Ideen überbrückt, und ich habe gelernt, dass die Menschen offen sind, künstlerische Ausdrucksformen zu erforschen, die aus den traditionellen Schubladen ausbrechen.

Die Botschaft hinter meiner Kunst



Mit meinen Square Kufi-Designs möchte ich zeigen, dass diese Kunstform mehr sein kann als nur ein religiöses oder kulturelles Symbol. Obwohl der Square Kufi oft mit islamischen Themen in Verbindung gebracht wird, ist es mein Ziel, ihn als Medium für universelle Botschaften von Liebe, Freundschaft und Verbundenheit zu nutzen. Ich greife auf Poesie und bedeutungsvolle Sätze zurück und stelle sie innerhalb der disziplinierten, gitterförmigen Struktur des Square Kufi neu dar. Dieser Prozess ermöglicht es mir, etwas Vertrautes und doch erfrischend Neues zu schaffen.

Ich hoffe, mit meiner Arbeit die Möglichkeiten des Square Kufi zu erweitern und Menschen aus allen Bereichen zu ermutigen, sich mit ihm zu verbinden. Für mich geht es nicht nur um die Schönheit der Buchstaben, sondern auch um die Geschichten und Emotionen, die sie transportieren – Botschaften, von denen ich hoffe, dass sie die Menschen zum Innehalten und Nachdenken anregen und ihnen ein Gefühl der gemeinsamen Menschlichkeit vermitteln.

Kunst als Brücke in Berlin
Berlin mit seiner vielfältigen und lebendigen Kultur ist der ideale Ort, um meine Kunst zu präsentieren. Die Menschen hier sind offen für neue Ideen und neugierig auf andere Kulturen und kreative Ansätze. Als Künstlerin in dieser Stadt bin ich dankbar für die Möglichkeit, mich mit einer Community zu verbinden, die sowohl Tradition als auch Innovation schätzt. Ich bin gespannt darauf, wie sich Square Kufi in diesem dynamischen, multikulturellen Umfeld weiterentwickeln und Resonanz finden wird.

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