Frauensprachcafé: Die Gespräche, die uns verbinden
Von Hejmo team
In einem Raum, in dem Frauen aus vielen verschiedenen Ländern und mit unzähligen verschiedenen Sprachen zusammenkommen, entsteht ganz natürlich eine Frage: Wie finden wir Gemeinsamkeiten, wenn uns manchmal die Worte fehlen?
Jeden Donnerstag wird man beim Betreten des Project Space von einer lebendigen Atmosphäre empfangen. In beiden Räumen füllen Gespräche den Raum: Stimmen, die sich überlagern, Lachen, das aufkommt, und Frauen, die Geschichten, Fragen und Erfahrungen miteinander teilen. In jeder Ecke entstehen kleine Gespräche, und damit Momente der Neugier, des Austauschs und der Freude, neue Menschen kennenzulernen.
Die Themen, die diese Gespräche zum Leben erwecken, sind so vielfältig wie die Perspektiven im Raum. Um Diskussionen anzuregen, bereiten wir Fragen zu unterschiedlichsten Themen vor: von Social Media und Künstlicher Intelligenz bis hin zu Identität und Migrationspolitik. Doch wir wollten wissen: Welche Gespräche bleiben den Teilnehmerinnen besonders im Gedächtnis? Was bringt sie dazu, immer wieder zurückzukommen? Und was macht das Frauensprachcafé eigentlich aus?
Bei der Frage nach ihren Lieblingsthemen wurde ein roter Faden deutlich: Gespräche über die Erfahrung, eine Frau zu sein. Die Teilnehmerinnen nannten Feminismus, Empowerment und den Internationalen Frauentag als Themen, die sie besonders berühren. Sie betonten, wie bereichernd es ist, Perspektiven von Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen, Kulturen und Erfahrungen kennenzulernen, und dabei zu entdecken, wie viele Hoffnungen, Herausforderungen und Fragen sie miteinander teilen.
Für viele Teilnehmerinnen ist das Frauensprachcafé ein Ort, an dem Frauen sich gegenseitig stärken können - Schritt für Schritt und Wort für Wort. Deutsch zu lernen bedeutet nicht nur, den Wortschatz zu erweitern. Es bedeutet auch, Vertrauen darin zu gewinnen, die eigene Meinung auszudrücken, Erfahrungen zu teilen und die eigene Stimme hörbar zu machen.
Was das Frauensprachcafé so besonders macht, ist nicht nur, dass die Teilnehmerinnen eine Sprache lernen und üben. Es ist auch ein Ort, an dem Frauen füreinander da sind, einander zuhören und Verbindungen über Grenzen hinweg aufbauen. Auch mit begrenzten Sprachkenntnissen ist Verständnis möglich. Denn manchmal sind nicht die perfekten Worte entscheidend, sondern die Bereitschaft zuzuhören.
Didem
Ich mag immer Frauentag Thema. Obwohl kommen wir aus verschiedenen Ländern, haben wir ähnliche Problemen und Herausforderungen in unseren Ländern.
Im Sprachcafé sprechen wir über ganz unterschiedliche Themen. Es ist eine tolle Möglichkeit, voneinander zu lernen und Deutsch zu üben. Einige der Themen sind zum Beispiel Sommerpläne, Kunst, Bücher, Sport und vieles mehr. Auch wenn diese Gespräche Spaß machen, finde ich sie nicht so spannend wie die Momente, in denen wir über uns selbst als Frauen sprechen.
Im Sprachcafé kommen wir aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Entwicklungsständen, sozialen Hintergründen, Religionen, Sprachen und Kulturen zusammen. Vielleicht haben einige von uns in ihren Herkunftsländern mehr Rechte als Frauen, während andere noch immer um ihre grundlegende Existenz und Anerkennung kämpfen müssen. Trotzdem wird mir in unseren Gesprächen immer wieder bewusst: In keinem dieser Länder können wir wirklich sagen, dass Frauen und Männer in allen Lebensbereichen zu 100 % gleichgestellt sind.
Das Recht auf Abtreibung wird weiterhin infrage gestellt. Sich sicher zu fühlen, ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Da mein Fachgebiet im Bereich Karrieremanagement liegt, interessieren mich auch besonders die Erfahrungen von Frauen im Berufsleben. Obwohl es in manchen Ländern theoretisch und rechtlich keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz gibt, werden dennoch weniger Frauen in Führungspositionen befördert.
Über diese Themen zu sprechen und die persönlichen Erfahrungen anderer Frauen aus erster Hand zu hören, berührt mich sehr. Es macht mich einerseits verbunden und verstanden, andererseits traurig, dass diese Probleme auch im Jahr 2026 noch immer bestehen. Gleichzeitig ist es eine besondere Herausforderung, über solche Themen auf Deutsch zu sprechen. Aber genau das finde ich am spannendsten: Auch mit unserem begrenzten deutschen Wortschatz verstehen wir einander vollkommen.
Aus diesen Gründen sind Gespräche über Frauenrechte und die Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert sind, für mich besonders wertvoll, bewegend und unvergesslich.
Doina
Ich war nicht bei allen Themen dabei, aber was mir mehr geblieben sind waren die folgenden: Feminismus und Empowerment. Für mich das Thema empowerment sehr wichtig war, weil ich glaube, das eine große Teil von eine Kommunität auszubilden. Fragen wie: "was machst du, um anderen Leute/Frauen empowered zu fühlen?" Oder "wann war das letztes mal, dass jemand hat dich gemacht empowered zu fühlen?"
Ilayda
Frauenthemen ist für mich sehr wichtig weil ich habe diese Gefühl, dass diese Thema nicht so oft in meinem Heimantland gesprochen werden. Als Frau, es ist sehr interresant anderen Perspectiven und Kultur zu wissen zum beispiel in Iran. Wir umtauschen und sehen, wie wir diesem Welt für Frauen besser machen können :)
Rosa
Eines meiner Lieblingsthemen war das Thema Generationen, weil es sehr interessant war, zu beobachten, wie sich neue Denkweisen, Verhaltensformen und Ideen zwischen verschiedenen Generationen und in unterschiedlichen Ländern entwickeln. Es ist ein starkes Thema, weil man dabei Denkweisen, Traditionen und das Familienverständnis sowohl aus einer gemeinschaftlichen als auch aus einer persönlichen Perspektive vergleichen kann. Anschließend kann man diese eigene Perspektive mit der Sichtweise anderer Länder vergleichen. Dabei entsteht auch die Vielfalt unterschiedlicher Arten, die Welt und die moderne Gesellschaft zu verstehen und zu leben.
Diese Räume werden durch die großzügige Unterstützung der Alstom Foundation ermöglicht, die Sprachaustausche und Workshops für unsere FLINTA-Community fördert.