
Wir waren fest entschlossen, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Wir haben Farben für die Wände ausgesucht, gestrichen, Vorhänge aufgehängt, Schallschutzpaneele montiert, und nach und nach wurde aus einem leeren Raum genau der Ort, den wir uns vorgestellt hatten.
Von Anfang an war das Blue House ein Gemeinschaftsprojekt. Ohne die Unterstützung der Menschen um uns herum – Freund*innen, Familie, Ehrenamtliche und Kolleg*innen – wäre es nie möglich gewesen. Die Eltern unserer ehemaligen Direktorin Mine kamen sogar extra aus Bochum, um beim Einbau der Küche zu helfen und die Vorhänge zu nähen. Dawa, das Kind unserer Open Kitchen- und Open Language Café-Projektleiterin Ricarda, malte Bilder, die unsere Wände bis heute verschönern. Jede Fähigkeit, jede helfende Hand – egal wie groß oder klein – ist Teil dieses Ortes geworden. Wir sind unglaublich dankbar für diese großzügige Community.

Das Blue House lebt. Es ist ein Ort, an dem alle ihre Spuren hinterlassen können, an dem unterschiedliche Perspektiven – an den Wänden und darüber hinaus – aufeinandertreffen und Menschen sich gegenseitig inspirieren.
Das Blue House hat auch unseren Programmen Raum zum Wachsen gegeben. Die Open Kitchen ist von einer winzigen Küche in einen großzügigen Raum umgezogen, in dem gemeinsam gekocht, Rezepte ausgetauscht und neue Begegnungen geschaffen werden können. Das Open Music Lab hat mehr Teilnehmende als je zuvor willkommen geheißen, und auch unser Community Hub hat inzwischen ein regelmäßiges Programm. Der zusätzliche Platz gibt uns außerdem die Freiheit, neue Formate auszuprobieren und Ideen aus der Community Wirklichkeit werden zu lassen.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist für uns, dass das Blue House unser erster barrierefreier Standort ist. Wir sind stolz darauf, unsere Türen für noch mehr Menschen öffnen und unsere Angebote zugänglicher gestalten zu können. Gleichzeitig wissen wir, dass Barrierefreiheit ein fortlaufender Prozess ist. Wir lernen ständig dazu und arbeiten daran, unsere Programme und Räume weiterzuentwickeln, damit sich Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Erfahrungen und Identitäten bei uns willkommen fühlen. 
Im vergangenen Jahr fanden im Blue House mehr als 500 Aktivitäten statt, an denen über 7.500 Menschen teilgenommen haben. Doch die bedeutendsten Zahlen sind die, die wir niemals messen können. Wie viele Freundschaften sind hier entstanden? Wie viele Fähigkeiten wurden weitergegeben? Wie viele Gespräche haben den Blick auf die Welt verändert?
Erst letzten Freitag haben wir gemeinsam unseren ersten Geburtstag gefeiert: Wir haben Bingo gespielt, leckeres selbstgemachtes Essen geteilt und bis zum Sonnenuntergang Karaoke gesungen. Wenn man sich umgesehen hat, konnte man spüren, dass jede Person eine ganz eigene Beziehung zu diesem Ort hat. Und diejenigen, die schon seit Monaten immer wiederkommen, bewegten sich ganz selbstverständlich durch die bunten Räume – mit der stillen Vertrautheit, die nur entsteht, wenn ein Ort sich wie ein Zuhause anfühlt.
Heute ist unser Blue House genau das geworden, was wir uns immer erhofft haben: warm, einladend und voller Leben. Ein Ort, an dem Menschen genauso ankommen können, wie sie sind – ohne Erwartungen erfüllen zu müssen – und an dem ihre Ideen, Erfahrungen und Geschichten zählen.
Wir wünschen uns, dass wir noch viele Jahre lang unsere Türen öffnen, Menschen aus aller Welt willkommen heißen und weiterhin voneinander lernen dürfen.
Alles Gute zum Geburtstag, Blue House!