In meiner Kindheit gab es den Kuchen ständig. Meine Oma hat ihn sonntags gebacken, zu Geburtstagen oder, weil man schließlich nicht im Garten ohne ein Stück Kuchen sitzen kann.

Erfunden wurde er in den 1960ern in Thüringen, wo ich herkomme. Dort findet man ihn auch manchmal noch in den Bäckereien. Seinen absurd langen Namen verdankt er den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, den Kollektivbetrieben in der DDR, in denen Land, Maschinen und Vieh zusammengelegt wurden. Als in den 60ern die LPGs Pflicht wurden, mussten meine Urgroßeltern ihr Land, ihre Tiere und sogar ihre Werkzeuge an den Staat abgeben, ohne sie je zurückzubekommen. Zwischen meiner Oma und der LPG herrschte also keine große Liebe, aber den LPG-Kuchen hat sie trotzdem immer gebacken.
Der Kuchen ist schnell gemacht und gut kalorienreich. Wahrscheinlich kommt daher auch sein Name, denn er ist der perfekte Proviant für einen Tag Feldarbeit. Bevor er in meiner Familie zum Sonntagssnack wurde, hat meine Urgroßmutter ihn zum Arbeiten mit aufs Feld genommen.
Wie viele ostdeutsche Rezepte ist auch dieses eher einfach, denn Obst oder aufwendige Zutaten waren in der DDR schwer zu bekommen. Im Originalrezept kommt ein Schuss Weinbrand rein, aber ich nehme stattdessen Kaffee. Das gibt dem Kuchen Tiramisu-Vibes.
Ein kleines Stück Italien im Thüringer Wald.
Der Kuchen ist perfekt für alle, die wenig Backerfahrung haben. Wer möchte, kann die Schokoglasur selbst machen oder eine fertige nehmen. Am besten schmeckt er zwei Tage nach dem Backen.